Fahrradsaison: Unfallrisiko im Straßenverkehr nimmt zu
Mit steigenden Temperaturen steigt auch das Risiko von Fahrradunfällen. Vor allem E-Bikes führen zu mehr Verletzten. Wechselhafte Wetterbedingungen und Fehleinschätzungen erhöhen die Gefahr zusätzlich.
Mit den ersten wärmeren Tagen zieht es wieder mehr Menschen aufs Fahrrad. Doch gerade das aktuell sehr wechselhafte und schwer einschätzbare Wetter birgt zusätzliche Risiken: Während die Bedingungen im Tal bereits milder erscheinen, können in höheren Lagen weiterhin kalte Temperaturen, feuchte Fahrbahnen oder rutschige Stellen auftreten.
»Diese Unterschiede werden oft unterschätzt. Wer bei scheinbar guten Bedingungen startet, rechnet unterwegs nicht mit schwierigeren Verhältnissen – das erhöht das Unfallrisiko deutlich«, sagt Andreas Gruber, Vorstand für Schaden-Unfall bei Helvetia Österreich.
Mehr Verletzte durch E-Bikes
Aktuelle Daten zeigen: Allein 2024 mussten rund 9.800 Personen nach E-Bike-Unfällen im Spital behandelt werden. Seit dem Boom elektrisch unterstützter Fahrräder hat sich die Zahl der Verletzten bereits nahezu verdoppelt.1 E-Bikes machen mittlerweile mehr als die Hälfte der verkauften Fahrräder aus. Gleichzeitig bringen sie neue Risiken mit sich: Geschwindigkeit und Beschleunigung werden häufig unterschätzt. Viele Radfahrende legen längere Strecken zurück und wagen sich in anspruchsvolleres Gelände, das sie ohne Unterstützung oft nicht gewählt hätten.
Viele Unfälle passieren ohne Fremdbeteiligung
Auffällig ist, dass rund die Hälfte aller Fahrradunfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmender passiert, bei E-Bikes knapp 80 Prozent.2 Hauptursachen sind Unachtsamkeit, Ablenkung und nicht angepasste Geschwindigkeit. Wechselhafte Straßenverhältnisse verstärken diese Faktoren zusätzlich.
Finanzielle Folgen oft unterschätzt
Was vielen nicht bewusst ist: Die gesetzliche Unfallversicherung deckt zwar die Erstversorgung ab, nicht jedoch alle Folgekosten. Rehabilitationen, Therapien oder langfristige Einschränkungen können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.
»Das Fahrrad frühlingsfit zu machen, gehört für viele dazu. Mindestens genauso wichtig ist aber die eigene Absicherung. Ein Unfall kann schnell hohe Kosten verursachen, eine private Unfallversicherung sorgt hier für zusätzliche Sicherheit«, betont Andreas Gruber. Sie ergänzt die gesetzliche Versicherung und greift auch in der Freizeit, etwa bei Sportunfällen.
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